Als ich Die Henrik Bertelsen Saga plante, war mir schnell klar: Das erste Buch, Tumult in Mekka, musste im Jahr 1979 liegen. Dieses Jahr markierte für mich persönlich einen Wendepunkt: Ich schloss ein Projekt in Saudi-Arabien ab, quittierte meinen Staatsdienst und begann als Vertriebspraktikant bei einem amerikanischen Computerunternehmen. Es war auch das Jahr, in dem meine Frau und ich gemeinsam mit Freunden eine Wohngemeinschaft gründeten – und in dem wir ein Kind aus Indonesien adoptierten.
So vieles geschah 1979, dass es sich als perfekter Ausgangspunkt für die achtteilige Serie anfühlte, die ich damals zu schreiben plante.
Henrik Bertelsens Geschichte sollte sich vor einem historischen Panorama entfalten, ähnlich wie in Forrest Gump. Als ich die globalen Ereignisse des Jahres 1979 recherchierte, stieß ich auf eine Fülle von Inspirationen.
In jenem Jahr wurde der ägyptisch-israelische Friedensvertrag unterzeichnet, durch den Ägypten als erstes arabisches Land Israel offiziell anerkannte. In Nicaragua stürzte die Sandinistische Nationale Befreiungsfront (FSLN) Anastasio Somoza Debayle und beendete damit die 43-jährige Diktatur der Familie Somoza. Zugleich nahmen die USA und China offiziell diplomatische Beziehungen auf und überwanden damit Jahrzehnte der Entfremdung nach dem chinesischen Bürgerkrieg.
1979 brachte zudem einen zweiten großen Ölpreisschock, der die weltweite Produktion beeinträchtigte und die Ölpreise in die Höhe trieb. Dies führte in vielen westlichen Ländern zu Energiekrisen und wirtschaftlicher Instabilität – auch in Dänemark. Gleichzeitig leiteten das Vereinigte Königreich und die USA unter Margaret Thatcher beziehungsweise Ronald Reagan eine wirtschaftspolitische Wende hin zu stärkerer Deregulierung ein und entfernten sich vom keynesianischen Modell der Nachkriegszeit.
Auf geopolitischer Ebene marschierte die Sowjetunion in Afghanistan ein, und im Iran kehrte Ayatollah Khomeini aus dem Exil zurück und errichtete ein theokratisches Regime. Dies kulminierte in der Besetzung der US-Botschaft in Teheran, bei der 52 amerikanische Diplomaten und Staatsbürger als Geiseln genommen wurden.
Ebenfalls in jenem Jahr wurde die Große Moschee in Mekka von bewaffneten religiösen Extremisten besetzt, was – trotz fehlender direkter Beteiligung der USA – gewaltsame Proteste gegen die Vereinigten Staaten auslöste.
Diese Ereignisse, insbesondere im Nahen Osten, bildeten den idealen Hintergrund für Henrik Bertelsens geschäftliches Vorhaben in Saudi-Arabien, sodass ich beschloss, sie in die Handlung einzuweben. Der Titel Tumult in Mekka drängte sich dabei geradezu von selbst auf.
Dieser Beitrag wurde erstmals im Blog von Gina Ray Mitchell veröffentlicht.