Man braucht keinen Kindle, um Kindle-Bücher zu lesen – und warum das wichtig ist

Jedes Mal, wenn ich ein neues Buch veröffentliche, versuche ich, es den Leserinnen und Lesern so einfach wie möglich zu machen, es zu entdecken. Eines der Instrumente, die ich dabei häufig nutze, ist eine Kindle-Launchkampagne auf Amazon – in der Regel wird das E-Book für einen begrenzten Zeitraum sehr günstig angeboten oder sogar kostenlos.

Und fast jedes Mal erhalte ich von einigen potenziellen Leserinnen und Lesern die gleiche Nachricht:

„Ich würde Ihr Buch gern lesen, aber ich habe keinen Kindle.“

Das ist eine vollkommen verständliche Reaktion – beruht aber auch auf einem weit verbreiteten Missverständnis.

Denn ein Kindle ist nicht nur ein Gerät.

Kindle ist auch eine kostenlose App

Die meisten Menschen verbinden Kindle mit dem speziellen E-Reader von Amazon – also mit dem physischen Gerät mit E-Ink-Display. Und ja, das ist eine Möglichkeit, Kindle zu nutzen.

Aber Kindle ist auch eine kostenlose App, die auf nahezu jedem Gerät funktioniert, das Sie bereits besitzen.

Sie können Kindle-Bücher lesen auf:

  • Smartphones (iPhone und Android)
  • Tablets (iPad und Android)
  • Laptops und Desktop-Computern (Windows und Mac)
  • In manchen Fällen sogar direkt im Browser

Mit anderen Worten: Wenn Sie ein Smartphone oder einen Computer haben, haben Sie bereits einen Kindle – Sie haben ihn nur noch nicht installiert.

Sie können die App hier herunterladen:

Die Installation dauert nur wenige Minuten, und sobald alles eingerichtet ist, können Sie sofort mit dem Lesen beginnen.

Sie müssen Ihre E-Books nicht alle bei Amazon kaufen

Ein weiterer Einwand, den ich gelegentlich höre, ist dieser:

Wenn ich Kindle nutze, muss ich dann alle meine E-Books bei Amazon kaufen?

Die kurze Antwort lautet: „Nein, ganz und gar nicht.“

Kindle ist eine Leseplattform – kein Gefängnis.

Auch wenn Amazon natürlich seinen eigenen Shop in den Vordergrund stellt, ermöglicht die Kindle-App das Lesen von E-Books aus anderen Quellen. Solange Ihr E-Book in einem gängigen Format wie EPUB vorliegt, können Sie es problemlos in Ihre Kindle-Bibliothek übertragen.

Dafür gibt es mehrere einfache Möglichkeiten:

  • Senden Sie die Datei an Ihre Kindle-E-Mail-Adresse
  • Laden Sie sie über die Funktion „Send to Kindle“ von Amazon hoch
  • Übertragen Sie sie manuell von Ihrem Computer

Nach dem Hochladen verhält sich das Buch wie jedes andere Kindle-Buch: Es synchronisiert sich zwischen Geräten, merkt sich Ihre Leseposition und ermöglicht Markierungen und Notizen.

Die Nutzung von Kindle bindet Sie also nicht an ein einzelnes Ökosystem – sie bietet Ihnen lediglich eine bequeme und flexible Art zu lesen.

Warum Autoren Kindle für Launchkampagnen nutzen

Damit komme ich zur nächsten Frage:

Warum nutzen Autorinnen und Autoren – und Verlage – so häufig Kindle auf Amazon, wenn sie ein Buch veröffentlichen?

Die Antwort ist pragmatisch.

Erstens ist es logistisch einfach. Amazon bietet eine globale Plattform, auf der Bücher sofort weltweit verfügbar sind. Es braucht keinen Versand, keine Lagerhaltung und keine komplexen Vertriebsvereinbarungen.

Zweitens ist es sehr kostengünstig. Eine Launchkampagne – ob das Buch für 0,99 Dollar angeboten oder für einige Tage kostenlos bereitgestellt wird – lässt sich mit minimalem finanziellem Aufwand umsetzen. Das macht sie nicht nur für große Verlage interessant, sondern auch für unabhängige Autorinnen und Autoren.

Drittens – und vielleicht am wichtigsten – hilft sie, Sichtbarkeit aufzubauen.

Amazon ist einer der größten Buchmarktplätze der Welt. Millionen von Leserinnen und Lesern suchen, stöbern und entdecken dort täglich neue Bücher. Wenn man die ersten Leserinnen und Leser auf einer Plattform bündelt, kann eine Launchkampagne:

  • Schnell Bewertungen generieren
  • Rezensionen anstoßen
  • Die Sichtbarkeit im Empfehlungsalgorithmus von Amazon verbessern

Diese frühen Signale sind entscheidend. Ein Buch mit Bewertungen und Rezensionen wird von neuen Leserinnen und Lesern sehr viel eher ernst genommen als eines ohne.

In diesem Sinne geht es bei einer Kindle-Launchkampagne nicht nur um Verkäufe – sondern darum, Dynamik aufzubauen.

Die Einstiegshürde senken

Aus Sicht der Leserinnen und Leser ist das Ziel solcher Kampagnen einfach: Hürden abbauen.

Ein niedriger Preis (oder ein kostenloses Angebot) senkt die finanzielle Hürde.
Eine weit verbreitete App senkt die technische Hürde.

Zusammen machen sie es leicht, Ja zu sagen.

Deshalb bin ich immer ein wenig enttäuscht, wenn mir jemand sagt, er oder sie könne ein Launchangebot nicht nutzen, weil „kein Kindle vorhanden“ sei. In Wirklichkeit fehlt nur noch ein kurzer Download.

Eine gemeinsame Chance

Veröffentlichen bedeutet heute nicht mehr nur Bücher zu schreiben und zu drucken. Es geht darum, Leserinnen und Leser in einer überfüllten und schnelllebigen digitalen Welt zu erreichen.

Kindle ist nicht der einzige Weg – aber einer der einfachsten und effektivsten.

Für Leserinnen und Leser bedeutet es Flexibilität: lesen, wann und wo man will, auf verschiedenen Geräten und aus unterschiedlichen Quellen.

Für Autorinnen und Autoren bedeutet es Reichweite: sofortige Verfügbarkeit, kostengünstige Kampagnen und Zugang zu einem globalen Publikum.

Wenn Sie also das nächste Mal ein Kindle-Angebot sehen, lassen Sie sich vom Wort „Kindle“ nicht abschrecken.

Sie brauchen kein spezielles Gerät.
Sie müssen Ihr Kaufverhalten nicht ändern.
Sie brauchen nur eine App – und ein wenig Neugier.

Die Person vom System trennen

Abschließend noch ein Punkt: Eine kleine Zahl von Leserinnen und Lesern – wahrscheinlich weniger als ein Prozent – zögert, Amazon oder Kindle zu nutzen, weil sie Jeff Bezos nicht mögen. Das kann ich nachvollziehen. Ehrlich gesagt bin ich auch kein besonderer Fan von ihm.

Aber hier lohnt sich eine Unterscheidung.

Unabhängig davon, wie man die Person beurteilt, hat Amazon eine Plattform geschaffen, die außerordentlich effektiv ist – insbesondere für unabhängige Autorinnen und Autoren sowie für kleinere Verlage. Sie bietet globale Reichweite, einfache Abläufe und einen direkten Zugang zu Leserinnen und Lesern, wie er vor wenigen Jahrzehnten kaum vorstellbar war.

Ich mag die Person also vielleicht nicht – aber ich schätze die Plattform. Und als Autor, der seine Geschichten zu Leserinnen und Lesern bringen möchte, ist diese Plattform kaum zu ignorieren.

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